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Vergleich V6-TT TTC-F180 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Veit Müller   

bildv6a.jpg

Nachdem man sich inzwischen einige Jahre an seinen 180-PS Front-TT gewöhnt hatte und einem das Handling des Autos in Fleisch und Blut übergegangen ist, nahm ich im Frühjahr 2004 die Möglichkeit wahr, einen V6-TT-Coupé mit DSG über mehrere Tage zu „testen“.

Ein Auto welches sportlich gefahren werden will und Automatik...? Das hört sich so an wie „Salzhering mit Vanillesoße?“. Mal sehen ob das schmeckt....

Da stand er nun, aufgestellt auf optimal zum Auto pasende 18" Speichenräder. Die wenigen, aber auffälligen äußeren Veränderungen, wie sie in dem Medien bereis erwähnt wurden, sind auch hier alle berücksichtigt worden und stehen ihm gut. Der Blick verweilt einen Moment auf die am Heck stehende 3,2 und bewegt verschiedene Gedanken.   

Das erste mal reingesetzt – ein gewohntes Umfeld. Aber was war anders gegenüber meinem 99´iger?

Ja, der Duft eines Neuwagens. Dieser hatte erst 3000 km auf der Uhr.

Der Innenspiegel – oval, ein anderes Radio – klar, mit der Zeit auch dort was Neues. Ein Blick zur Instrumententafel, Tacho bis 280 – Toll. Schaltwippen am Lenkrad und die Schalthebelkulisse ist logischerweise auch anders gestaltet – das zweite große Extra im V6.

Mit bisher nur gelegentlichen Automatikerfahrungen waren die ersten Kilometer auf sich umstellen und kennenlernen  orientiert.

Über den satten Sound braucht man nicht zu reden. Der gefällt selbst schon im Leerlauf. Schlussfolgerung - das Radio bleibt aus!

Das Fahrwerk ist straff und angenehm beim Fahren, aber auch weicher als gewohnt. An die selbstarbeitende Schaltung kann man sich im normalen und vor allem im Stadtverkehr schon gewöhnen. Es lässt sich relaxt fahren.

Nach dem wir näher Bekanntschaft geschlossen hatten, wanderte irgendwann der Schalthebel auch auf die Stellung „S“. Es wird langsam Zeit die neuen Eindrücke mit dem Gewohnten zu vergleichen und den Fuß mal richtig auf´s Gas zu treten. Die Beschleunigung aus den unteren Drehzahlen heraus, das ist NEU und überzeugt. Oh´ eigentlich wollte ich doch schalten. Verpasst, jetzt hat er mir den Job abgenommen. Die Schaltvorgänge, wenn man dies überhaupt so nennen kann, hinterlassen Eindruck und Achtung für die DSG-Technik. Die Ohren bekommen beim Fahren auch wie früher einmal  wieder Besuch ;-) Es gibt jetzt nur noch einen Drehzahlbereich und der ist egal im welchen Gang - hoch.

Nimmt man den Fuß von Gas, wird schon bei 4000 Umdrehungen, verbunden mit einem kurzen und kräftig bellenden Zwischengasstoß automatisch in den nächsten Gang runtergeschalten. Das passt. Der Fahrspaß kann beginnen – es ist angerichtet. „Hering und Vanillesoße“ hinterlassen einen angenehmen und kräftigen Geschmack und das Verlangen nach mehr ;-)

Wie war das noch mit dem selber schalten wollen....? Keine Zeit zum Schalten. Kein Turboloch, Leistung ist immer abrufbar. Der V6-TT macht das Schalten selbst am Besten und auf die Nutzung der Schaltwippen wird nur gelegentlich zurückgegriffen. Die Kurven und das Lenkrad erwarten von den Händen einen festen Griff. Weiter im Thema.

Da war doch noch was.... ach ja, ich erinnere mich, so was wie Startautomatik (?)....

Nun gut. Also erst einmal anhalten und die Sinne sortieren... ESP auf „Aus“, linker Fuß fest auf die Bremse und halten, Hände am Lenkrad, Wiederholung „beide" Hände am Lenkrad !!!, rechter Fuß – Gas durchtreten. Drehzahl geht automatisch auf 3000. Kurzer Blick in den Spiegel, Blick nach vorn, linker Fuß von der Bremse ..... und................piieeeep--------------------

....Der Puls hat sich inzwischen wieder beruhigt. Wie war das jetzt....??? Noch einmal ... „linker Fuß von der Bremse“ - es folgt ein kurz angedeutetes Durchdrehen der Räder und ein Tritt, als wäre man ein zum Abschuß freigegebener Fußball am Elfmeterpunkt. Ja, es war wie Zeitlupe und Zeitraffer in Einem. Ich kann mir nicht vorstellen, daß lt. technischer Angaben die Beschleunigung auf 100 Km/h lange sechseinhalb Sekunden dauern soll...

Es hat eine Weile gedauert, bis all die neuen Eindrücke verarbeitet wurden und der Fahrspaß von der Überraschung zum Erleben wechselte. Die Verbindung zwischen Auto und Fahrer war hergestellt. Jetzt konnte man es auch mal gern Krachen lassen und genießen.

Die Frage nach dem Verbrauch. So viel war Fakt: Ich habe den V6 vollgetankt wieder abgegeben. Punkt.

Das Display zeigte mir am Anfang, als ich ihn in Empfang genommen habe, eine 12 und dann später mal eine 17 als Durchschnittsverbrauch an.

In Punkto Fahrspaß und Sicherheit würde ich in allen Belangen den V6 vorziehen.

Trotz einem im Vergleich zum „alten“ 180´iger Front gepufferten Popometer ist das Fahrverhalten sportlich und souverän. Leistung liegt praktisch ab der Leerlaufdrehzahl an und zieht bis in die hohen Drehzahlen. Der Quattroantrieb macht noch den Rest und es ist eine Freude den V6 zu erleben.

Da gibt es gar nicht mehr Viel zu sagen.

Beschleuningungstechnisch hatte ich den Eindruck, dass beim langen Hochbeschleunigen der 180´iger in oberen Drehzahlbereichen mehr Durchzug vermittelt. Ich weiß nicht, ob man meine Meßeindrücke als Tatsache werten soll. Bemerkenswert bzw. bestätigend für mich war auf einer bergigen TT-Tour im Frühherbst, wenn beim Herausbeschleunigen die Drehzahl und der Einsetzpunkt stimmte, mein 180´iger  sehr gut einem V6-TT im Heck hing und ich hatte nicht das Gefühl, dass der Vorausfahrende dies ständig so auf sich sitzen lassen wollte. 

Mit dem Versuch vom Gedanken der Vernunft trumpft bei der Alltagstauglichkeit der „Kleine“ Front-TT. Unterhaltskosten, Verbrauch und ein Kofferraum, mit dem man schon was anfangen kann.

Er fällt beim Fahrspaßvergleich zum V6 nicht gleich in die Emotionslosigkeit eines Familienkombis. Bei ihm liegt die Meßlatte auch schon sehr hoch. Mehr wirtschaftliche und praktische Variabilität bei einem annähernd an den V6 reichenden Fahrspaß.

Letztendlich möchte ich ja für mich auch noch Argumente finden, um bei meinem „Kleinen“ zu bleiben... ;-)

Veit
(April 2004)

 
   
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