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Mein TT fährt mit GAS + Erfahrung Erstberatung Gasumbau Drucken
Ich bin 22 Jahre alt, komme aus NRW und fahre einen schwarzen TTC 225 Bj 2000  70tkm  - Serie. Ich hatte bisher nur Diesel-Fahrzeuge, da ich tgl. 150 km zur Arbeit und zurück fahre. Den TT habe ich seit ~ 4 Monaten. Kosten pro Monat an Sprit: 400 Euro. Also ein richtiger km-Fresser. Habe bereits schon einen VW-Corrado auf TDI umgebaut, jedoch erschien mir das   bei dem TT als zuviel Arbeit und als zu teuer. Da kam dann nur eine Autogas-Anlage in Frage. Erdgas ist dem Autogas in allen Punkten unterlegen  Umbaukosten, Verbrauch, Gewicht, ...). Also habe ich mich schlau gemacht wie es mit dem ""überzüchtetem"" 225er 1.8er und Autogas ausschaut. Einige Umrüster wollten davon nichts wissen, andere waren sehr skeptisch. Schließlich habe ich dann doch einen (mir sehr fähig erscheinende) Umrüster in NRW gefunden - der auch in sämtlichen Foren hoch gelobt und noch nie schlecht erwähnt wurde. Ich habe mich für einen zylindrischen Tank für den Kofferraum entschieden. Also wie eine Bassrolle einfach an die hintere Sitzbank "gebaut". Umbau hat 3 Tage gedauert. Der Wagen wird also auf Benzin gestartet und schaltet bei Kühlwasser=40° automatisch auf Gas um. Man bekommt davon gar nichts mit. Bei starten mit Kühlwasser  40° wird nach 8 Sekunden umgeschaltet. Die Leistung ist leicht spürbar zurück gegangen, jedoch spielt das für mich keine Rolle, da ich jederzeit per Knopfdruck auf Benzin schalten kann. Mit V-max. habe ich mich auf Gas bis 250 km/h getraut - es dann jedoch sein gelassen. Ich bin der Meinung wenn ich Heizen will, mache ich das auf Benzin - im Gas Betrieb brauche ich nicht das letzte raus holen. Nun zu dem schönsten Teil. Der Verbrauch und das tanken. Wie gesagt – ich  fahre den TT Langstrecke mit einem Verbrauch bei Super+ von 10 Litern. Gas ist bei gleicher Fahrweise 11,6 Liter. Das ganze bei einem Preis von 0,37 Ct. (Tanke in Holland).... macht 4,30 Euro auf 100 km - mit einem 225 PS Auto. Tanke ich in Deutschland sind es 0,48 Ct. = 5,60 Euro. Reichweite ist bei meinem 68 Liter Tank (55 effektiv, da Reserve wg. Ausdehnung bei Hitze sein muss) 500 km. Vom Kofferraum ist ca. 50 % über geblieben  - aber das stört mich nicht - habe ihn 1x gebrauch seit ich das Auto habe. Ob das Auto nun der geeignete Kilometerfresser ist, oder nicht – lassen Wir mal dahin gestellt. Mir macht es auf jeden Fall nun endlich richtig Spass mit dem Wagen zu fahren, denn eins ich sicher... die Benzin-Preise werden steigen, steigen, steigen  -  Gas ist seit  5 Jahren sehr konstant. Gruss,

Arne
(2004)

motorraum.jpg 
Motorraum

schalter.jpg
Umschalter

stutzen.jpg
Einfüllstutzen

tank.jpg
Gastank

ventilschmierung.jpg
Ventilschmierung


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Text von Miro
- verfasst am 29.11.2007 (Beitrag vom TTOC-Forum)


Hallo zusammen,

ich habe ja schon mehrfach die Frage bezüglich Autogasumrüstungen gelesen. Ich habe mich ebenfalls heute einer "Erstberatung" unterzogen und dachte mir, vielleicht könnte man ja Infos in diesem Thread zusammentragen, wenn jemand weitere hat. Vielleicht werden auch Falschaussagen geradegerückt. Ich kann vorerst nur mir gegebene Infos über die eine Anlage weitergeben, die der Händler verbaut.
Der Bericht auf der Seite sei dann auch noch mal genannt.

Zum Händler
Der Händler hat laut eigener Aussage bereits etwas über 100 Fahrzeuge umgebaut. Dabei waren Sechszylinder ebenso wie Turbomotoren. Es handelt sich nicht um eine Hinterhofwerkstatt.

Verbaute Anlagen
Der Umrüster verbaut ausschließlich Öcotec Anlagen. Dabei handelt es sich um eine vollsequentielle Anlage.
Die Anlage benötigt zum Anfahren Benzin und schaltet nach einigen Sekunden dann automatisch auf Gasbetrieb um. Es gibt aber ebenso auch Anlagen mit einem Verdampfer, die zum Anfahren kein Benzin mehr benötigen.
Außerdem besitzt sie ein adaptives Steuergerät, was bedeutet, daß es sich selbst nachregelt und so den optimalen Betrieb lange gewährleisten soll.
Außerdem wies mich der Händler darauf hin, daß Autogas Anlagen ohne Zertifizierung nach ECE-R-115 eigentlich nicht mehr verbaut werden dürfen (seit 2006) - die Öcotec wäre zertifiziert.

Umfang einer Anlage
Eine Anlage besteht aus
- Tank (Zylindertank oder Reserveradmuldentank)
- Rail (es wird in die Ansaugbrücke gebohrt und das Rail eingesetzt)
- Steuergerät
- Verdampfer (nicht bei allen Anlagen)

Tankvolumen
Mein TT ist ein 180 PS Frontler und ich würde mich für einen Tank in der Reserveradmulde entscheiden. Wir haben ausgemessen, daß ohne hochlegen des Kofferraumbodens ein 60 Liter Tank passen würde, mit hochlegen des Bodens um ca. 2-3 cm sogar ein 70 Liter Tank. Dies entspräche lt. Händler einer Reichweite von ca. 600 Km bezogen auf meinen momentanen Durchschnittsverbrauch von 8,5l/100 Km. Pessimistisch gesehen sollten also 450 - 500 Km zu erreichen sein.

Risiko und Einschränkungen
Schwieriges Thema - wer gibt sowas schon gern zu. Der Händler nannte Probleme mit Rails von Öcotec, die aber seit einiger Zeit behoben sein sollen.
Auf Nachfrage bezüglich der erhöhten Abgastemperaturen sagte er, der 1,8T Motor sei nicht gefährdet, auch nicht im Volllastbetrieb. Man könne dennoch einen zusätzlichen Ventilschutz einsetzen, um die Temperaturfestigkeit zu erhöhen (bei Autogas erhöht sich die Verbrennungstemperatur, u.A. da die Verdampfungskälte nicht so gegeben ist).

Gewährleistung
Zum gleichen Thema gab er mir Informationen über eine Gewährleistung mit, die man optional abschließen kann. Diese übernimmt ebenso wie viele Cargarantien abhängig von der Laufleistung des Fahrzeugs Materialkosten und Arbeitslohn im Garantiefall. Diese Versicherung von Intec übernimmt je nach Tarif Gasspezifische Zylinderkopfschäden, Verschleiß an Kurbelwelle, Pleuel, Kolben(ringe) usw usf.
Sie ist mit unter 100 € im Jahr in meinen Augen erschwinglich. Allerdings habe ich beim Googeln auch Gegenstimmen gelesen, die abraten, da die Garantie sehr viel ausschließen und selten zahlen würde. Im Zweifelsfall sollte man sich also genau informieren, was wirklich abgedeckt ist.

Wartung
Bei dieser Anlage ist eine Wartung nach 15000 Km vorgesehen. Dabei wird u.a. der Gasdruck gemessen und die Anlage ggf. kalibriert. Die Kosten dafür sollen sich zwischen 30 - 60 € bewegen.

Tankstutzen
Dieser darf nicht mehr am Heck verbaut werden - hinter dem Nummernschild fällt also schonmal flach. Er muss an der Seite verbaut werden - also entweder im hinteren Kotflügel oder aber in der Heckschürze. Mir wäre letztere Variante lieber, da dann nicht ins Blech sondern in Plastik geschnitten wird.
Ich habe auch eine Variante im Netz gesehen, wo der Stutzen im originalen TT-Tankdeckel saß, aber der Händler riet mir davon ab. Grund: Die hohe Hebelwirkung der Tankpumpe, die wohl nur an zwei Schrauben sitzt. Das Bruchrisiko wäre hoch.
Im Fahrzeuginneren darf der Stutzen übrigens auch nicht sitzen.

Fahrverhalten
Mir wurde gesagt, die Leistung würde nur unmerklich verringert. Das Umschalten würde fast nicht zu bemerken sein und das Ziel des Umrüsters sei, daß die Anlage so eingestellt würde daß der Wagen sich im normalen Fahrbetrieb anfühlt wie ein Benziner - also genau wie vorher. Es gibt Ausnahmen und gerade am Anfang kommt es wohl auch vor, daß die Anlage nachgestellt werden müsste - dies sei aber nicht der Regelfall.

Tankanzeige und Verbrauchsanzeige im FIS
Die Tankanzeige im Kombi zeigt weiterhin nur den Benzontank-Füllstand.
Der Gastank-Füllstand kann anhand 4-5 roter LEDs am Umschalter abgelesen werden, wobei die Genauigkeit stark schwankt und man mir riet, lieber nach Km zu fahren da oftmals die Reservelampe leuchtet obwohl noch 200 Km drin wären.
Die Verbrauchsanzeige im FIS ist für Gasbetrieb in jedem Fall unbrauchbar!

Kosten
Inklusive 70 Liter Tank würde eine Umrüstung inkl. Eintragung bei meinem Händler mit der Öcotec ca. 2500 € kosten.

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LPI
Dies ist eine Technik, bei der das Gas im flüssigen Zustand eingespritzt wird. Der Vorteil soll eine geringere Verbrennungstemperatur und damit weniger Belastung (und auch ein gutes Zusammenspiel mit gechippten Motoren) sein. Ich finde aber kaum Erfahrungsberichte, leider.
Der von mir befragte Händler verbaut dies nicht.
Die Technik interessiert mich schon, denn hier kommt kein Verdampfer und kein externes Steuergerät zum Einsatz.
Ich konnte aber ein paar Infos entlocken warum LPI Anlagen nicht so oft verbaut werden:
- relativ neu
- Die Ventile müssen absolut korrekt sitzen, damit der reibungslose Betrieb gewährleistet ist (denn es fehlt das Steuergerät zur Nachjustierung!). Dabei muss bei manchen Firmen die Ansaugbrücke entnommen und an den Anlagenhersteller geschickt werden, welcher die Bohrungen vornimmt. Hierbei ist die Gefahr gegeben, am Motor Beschädigungen zu erzeugen, die zu beheben den Umrüster teuer kommen können.

Es gibt immer wieder Berichte, nach denen LPI Anlagen Probleme mit den Pumpen haben sollen, was wohl auch oft von den Umrüstern so propagiert wird. Ich habe aber mittlerweile einige Berichte gelesen, die besagen, daß dies nicht mehr der Fall ist. Die Pumpenprobleme sollen der Vergangenheit angehören - aber die Umrüster dies ganz gerne als Ausrede benutzen um die Ablehnung der problematischeren Umrüstung zu erklären.

Ich werde mich aber dennoch auf jeden Fall in diese Richtung schlau machen und berichten, da ich diese Technik auf jeden Fall interessant finde...



Dies so meine ersten Infos. Vielleicht helfen sie ja dem einen oder anderen, vor einer Beratung einen Überblick zu bekommen!


____________________
Text von Sven (2008)

Ich fahre meinen TTRF 180ps seit 02/07 mit Autogas (jetzt gesamt ca. 40.000 km). Nach der Gliederung von Miro nun meine ergänzenden Kommentare.

Umbauer
War bei AGS in Dorsten. Habe den genommen weil er schon mal nen tt umgebaut hat. Da ich meinen mit ca. 7000km umbauen ließ, war ich konservativ. War sehr zufrieden. Umbauer hat sich viel Zeit genommen, erklärt und abgestimmt.

Anlage
Hab ne vollsequentielle Priens. Der Verdampfer braucht ca. 1,5 km um auf Temp. zu kommen.

Die vollsequentiellen sind technisch vielleicht schon überaltert; wie schon angedeutet spritzt die neueste Generation das Gas direkt ein. Das hat Vorteile: Gas verbrennt bei höherer Temperatur. Das kann Probleme bereiten (meines Wissens z.B. bei einigen Ford-Modellen, die keine gehärteten Ventile haben). Mit der Direkteinspritzung entspannt das Gas im Ansaugrohr/Zylinder und senkt somit die Temperatur (30 °C hab ich im Hinterkopf).

Interessant ist, daß man sofort auf Gas fährt. Vielleicht wird das mal ein Punkt in der Feinstaubdiskussion und den Sperrzonen (Denkt dran Gas-Stapler dürfen anders als Dieselgeräte in geschlossenen Räumen fahren)

Allerdings kenne ich keinen TT mit so einer Anlage. Was für Schwierigkeiten bei der Motorsteuerung aufkommen kann dann wohl auch niemand sagen.

Tank
70l im Kofferaum. Hab den boden ca. 2-3cm hochgesetzt. Effektiver Inhalt: max 60l. Mein Gasverbrauch ist ca. 15-20% höher als der Benzinverbrauch (natürlich auf das Volumen bezogen). Bei mir sind das 12l/100km.

Risiko und Einschränkungen
Risiken nicht bekannt. Das Öl ist super sauber. Motor läuft ruhiger (115 Oktan). Gasbetriebene Motoren halten im allgemeinen länger.

Vmax ist ein bißchen kleiner. Da mein Gasmehrverbrauch (s.o.) geringer als die theoretischen 30% sind, muß was Leistung fehlen. Im normalen Fahren nicht spürbar. Vmax ca. 225 nach Tacho. Denke das sind die fehlenden 20 PS. Umschalten kann man aber immer.

Gewährleistung
Da mein TTR neu war hab ich ne Zusatzversicherung (EUR 100/Jahr) gemacht, um nicht zwischen Audi und Umrüster im Schadensfall hin und her geschickt zu werden.

Die Versicherung verlangt den einbau von Flash-Lube. Das ist eine Lösung die Tröpfchenweise mit eingegeben wird. Dient der Ventilhärtung (auf CaO-Basis). Umbauer meinte, daß dies bei den robusten Audi Motoren eigentlich nicht notwendig sei. War meinens Wissens mit EUR 100,- dabei.

Tankstutzen
Mit der Kennzeichen-Lösung schein das TÜV-Prüfer abhängig. Aber das Problem ist auch, das man durchs Blech muß.

Im Tankdeckel ist es auch möglich. Doch man muß durchs Blech und kann nur nen frimeligen kleinen Anschluß nehmen. Mein Umrüster wollte das nicht auf die Kappe nehmen (große Zug und Hebelkräfte der Zapfpistole), deswegen:

Rechter Kotflügel kleiner Anschluß.

Wartung
Zusätzlich: Alle 2 oder 3 Jahre obligatorische Gas-Wartung. Kann jeder machen, der auch Campingbusse o.ä. macht.

Tankanzeige
Hab ich im mittleren Knopf neben Tankdeckel und Kofferraum.

und noch ein neuer Punkt:
Tankstellennetz
Vorab: bis auf Schweden und Schweiz hab ich keine Probleme gehabt. War unterwegs in D, Benelux, F, I. Aber: man sollte bei längeren Strecken planen (z.B. mittels www.gas-tankstellen.de). Nach 40TKm hab ich es drin wo die wichtigen Tanken im Radius von ca. 400-450 km sind.

s-kofferraum

s-konsole

s-teile

s-stutzen1

s-stutzen2
 

Noch ein paar Anmerkungen:

Fahrverhalten
Das Umschalten von Benzin auf Gas geschieht unmerklich. Das Umschalten umgekehrt ist genauso reibungslos. Bei leerem Tank kann es aber eine Überraschung geben: Die Tankanzeige ist sehr ungenau und gibt nur ungefähre Hinweise. Wenn der Tank fast leer ist, dann macht sich das zunächst bei Volllast bemerkbar. Der Druck im Tank reicht nicht mehr aus die plötzliche Nachfrage zu bedienen. Wenn man also erste Anzeichen nicht berücksichtigt und dann zB plötzlich viel Leistung beim Überholen braucht ist kein Gas da. Ein Gefühl als ob der Motor rückwärts fährt und man schaut blöd aus der Wäsche. Ist bestimmt auch nicht gut für den Motor. Umschalten auf Benzin und alles ist sofort wieder normal. Die automatische Umschaltung kommt einfach zu spät.

Auch kann es passieren, daß bei längerer sehr ruhigen Fahrweise und dann wieder dynamischem Gasgeben die Gasmengensteuerung noch verschnarcht ist und sich erst wieder an den sportlichen Stil gewöhnen muß. Symptome sind dann kleine Aussetzter wegen Gasmangel bei Volllast. Das gibt sich aber schnell wieder. Auch hatte ich das nur am Anfang, als mehr experimentell gefahren bin. Die letzten 6 Monate hatte ich das definitiv nicht.

Bei Vmax mit Gas piept manchmal die Steuerung und ein Licht brennt. Fahren tut er normal. Denke da ist dann ein Fehler im Speicher hinterlegt worden. Kam noch nicht beim Umrüster vorbei und ist mir auch nicht wichtig.

und natürlich das
Resume
Ich würde sofort wieder umrüsten. Die Kosten von EUR 2500 hab ich schon längst wieder drin, die Reichweite ist fast verdoppelt, für den Motor scheint es gut zu sein, fürs Gewissen sind CO2 leicht reduziert, Stickoxide stark und Feinstau praktisch 0, der Tank für 35 EUR voll und man ist halt was besonderes Smile

Und das Reserverad hab ich bis jetzt nicht vermißt.

Ab welcher Fahrleistung das vernüftig ist? Mit 10000 im Jahr Kurzstrecken sicher nicht. Doch mit 20000 vorwiegend länger Touren ist das sicher interessant.

 
   
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