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Ingolstadt und Rhön Tour PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Herbert Mauerer   

Führung in Ingolstadt und Tour durch Rhön/Coburg


audi-mobile
Und wieder zog es die TTs an den Entstehungsort ihres Autos. Anlass war die Mitgliederversammlung des TT-Owners-Club in Bad Neustadt, und wie schon 2004 haben wir das mit einer Besichtigung bei Audi in Ingolstadt und einer Tour durch Oberfranken und Thüringen verbunden.

audi-karosserieDie Führung in Ingolstadt war ein besonderes Schmankerl, sollte es doch diesmal um die Fertigung der Karosserie des neuen Audi TT gehen. Zunächst haben wir im Bereich des Audi A3 einen Blick auf die Blech-Pressen für die Karosserie geworfen. Dort beeindruckte wie schnell ein Teil durch den bis zu sechs-stufigen Pressvorgang läuft und danach schon einbaufähig ist. Die großen Karosserieformen für eine solch große Presse bringen zusammen 60 Tonnen auf die Waage und werden mit über 70000 Newton zusammen gepresst.

Die Karosserie des Audi TT ist eine besondere Herausforderung, da die Vorgabe ja war, eine sportlichere Gewichtsverteilung zu erreichen, also mehr Gewichtsanteil an die Hinterachse zu holen. Da der Motor vorne bleiben sollte, mussten anderweitig Änderungen stattfinden.

Die Konstrukteure haben deswegen eine Karosserie entwickelt, die im Vorderwagen auf Aluminium setzt und erst hinter der Fahrgastzelle in Aluminium übergeht. Davor sind nur die Türen aus Stahl. Die im Vorderwagen eingesetzten Druckguss und Strang-Gussteile lassen keine Zweifel an der Steifigkeit der Karosserie aufkommen.

Ein schwieriges Thema einer solchen Hybrid-Karosserie ist, die unterschiedlichen Materialien zu verbinden. Beim Audi TT kommen je nach Zweck drei verschiedene Niet-Techniken und eine Schraub-Technik zum Einsatz. Zusätzlich werden die Teile durch einen Kleber gehalten, der aber auch Geräusche durch Reibung von Metall auf Metall vermeiden soll.

Die Schrauben werden mit so hoher Drehzahl eingedreht, dass im ersten Schritt die Schraube sich selber das Gewinde schneidet, aber am Ende so heiß werden, dass sie praktisch mit dem Trägermaterial verschmilzt. Deswegen nennt sich die Technik auch die Flow-Drill-Schraube.

Neben den Klebern stehen auch sogenannte Schäumlinge ganz im Zeichen der Premium-Ansprüche von Audi. Diese Schäumlinge werden bei der Montage der Karosserie in allen größeren Hohlräumen der Karosserie platziert. Bei der Erhitzung während der Lack-Trocknungsphasen dehnen sie sich bis auf das 400-fache der Original-Größe aus und füllen die Hohlräume komplett aus. Damit werden Resonanzen in der Karosserie effektiv beseitigt.

Auch in der Stahltechnik ist Audi innovativ. So wurde das Gewicht der Türen durch in einem Blatt unterschiedlich starke Stahlbleche in einem Blatt optimiert. Die dicken Abschnitte der Bleche sorgen für Stabilität, wo sie gebraucht wird, die dünnen Teile verbinden. So konnten insgesamt 100kg Gewicht gegenüber einer reinen Stahlkarosserie eingespart werden.

Diese Ansammlung von innovativen Lösungen hat auch die Branche überzeugt, so dass Audi für die TT-Karosserie 2006 den „EuroCarBody" Award erhalten hat: http://www.materialica.de/html/audi_tt.html

Nach der Führung stand für einige der TT-Begeisterten fest, dass der nächste TT nur mit Klarlack gekauft wird, so schön sehen die Karossen in der unbehandelten Form aus. Wir fuhren dann zunächst auf Autobahnen an Nürnberg und Bamberg vorbei, danach haben wir auf 50km Landstraße noch einen Vorgeschmack auf die Tour am Samstag bekommen, bis wir gegen acht Uhr im Hotel Schwan&Post in Bad Neustadt and der Saale angekommen sind. Das Hotel wartete mit typischen Gerichten und Getränken der Gegend auf.

Am nächsten Morgen wurden dann die Autos für eine umfangreiche Tour fertig gemacht. Zunächst ging es durch das Grenzgebiet zwischen Bayern und Thüringen auf meist verlassenen Straßen. Das lag zum einen daran, dass Stefan Fritz einfach die Nebenstraßen bevorzugt, zum anderen am nicht ganz optimalen Wetter, das wohl etliche Ausflügler abgehalten hat.

Nach einer kurzen Pause in Bad Rodach kamen wir pünktlich zum zwölf-Uhr Schlag am Froschgrundsee an. Die Mittagspause ließ auch genug Zeit um mit den vierbeinigen Begleitern eine Runde um den See zu drehen.
hunde

luther-sein-frauDanach war für uns eine Führung in der Veste Coburg gebucht. Die Festung diente den Regenten des Herzogtums Sachsen-Coburg Jahrhunderte lang als Residenz. Die Herrscher des kleinen Landes verstanden es durch geschickte Heiratspolitik sich mit vielen Adelhäusern in Europa zu verbinden. Die Veste ist auch Zeugnis des adligen Lebens vom späten Mittelalter an. Gezeigt werden Intarsien arbeiten, die die Jagd darstellen, als auch der Fuhrpark, in dem auch Schlitten für höfische Spiele der Damen enthalten sind.

Darüber hinaus verfügt die Veste über eine bedeutende Glassammlung, von Lüstern über verschiedenste Gläser, auch schon zum Partyspaß. Berühmt ist die Veste für die Bilder von Lucas Cranach dem Älteren, einem Zeitgenossen Martin Luthers.

Dieser war 1530 während des entscheidenden Reichstags in Augsburg auf der Veste Coburg, um von dort die Verhandlungen mit Kaiser Karl dem V. zu unterstützen. Luther selbst war seit 1521 vogelfrei. Letztlich konnte bei diesem Reichstag eine Anerkennung der protestantischen Konfession erreicht werden. Sicher war Luther aber weiterhin nur in den Landen der ihn unterstützenden Fürsten und Herzoge.

Die Führung wurde gestaltet im Kostüm Luthers Frau Katharina von Bora. Von ihr bekamen wir interessante Informationen über den Verlauf der Reformation und das Leben im frühen 16. Jahrhundert. Katharina von Bora war ja im Kloster aufgezogen worden, und Martin Luther schloss sich nach dem Studium dem Augustiner-Orden an.

Die Klöster boten damals nicht zuletzt eine Versorgung von Waisenkindern, waren aber als Wirtschaftsbetriebe und Grundbesitzer ein Symbol für die weltliche Macht der katholischen Kirche, genau so wie Bischöfe weltliche Herrscher waren und sich über Ablassbriefe ihre Staatskasse aufbesserten. Die Praxis der Ablassriefe (Vergebung von Sünden durch Geldspenden) war auch der Hauptgrund für die Reformationsanstrengungen Luthers in der Kirche.

Nach dem Besuch der Veste nahmen wir noch ein paar Kilometer fränkische Landstraßen unter die Räder. Zwischendurch machten wir noch einmal einen kurzen Stopp für Kaffee und Kuchen. Danach ging es in den Abend Richtung Bad Neustadt, der Sonne entgegen.

Am Abend fanden wir uns wieder in gemütlicher Runde im Hotel Schwan&Post zusammen. Das war nun die Kür des Wochenendes.

Am Sonntag morgen kam dann die Pflicht, die Mitgliederversammlung des TT-Owner-Clubs 2007. Wir hoffen, dass diese für die anwesenden Mitglieder ebenfalls interessant und informativ war.
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 Die Bilder haben wir hier gesammelt.

 
   
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