| Bericht Hessen-Tour 2007 |
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| Geschrieben von Dr. Daniel Neth | |
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Hessentour der TTR-Friends 2007
Ab ca. 9.30 Uhr morgens trafen die 25 Teilnehmer – immerhin 14 TTs, einer davon der neue 8J – aus allen Himmelsrichtungen nach und nach am Bahnhof in Gießen ein und versammelten sich pünktlich um 10.00 Uhr vor dem wunderschönen Bistro Mr. Jones.
Nachdem man sich kennen gelernt – viele neue Gesichter waren dabei – und mit einem „Continental Breakfast“ gestärkt hatte, ging es gegen 11.30 Uhr auf Erkundungstour in´s etwa 150 Meter benachbarte Mathematikum. Die anfängliche Skepsis einiger TTler angesichts ihrer Aversion gegen die Mathematik verflog schnell und schlug teilweise in Begeisterung um, denn im Mathematikum bekam die Truppe die Regeln der Zahlenlehre in spielerischen Versuchen nahe gebracht. Es gab sogar Teilnehmer, die mit 5-Jährigen rechnerisch wetteiferten.
Pünktlich um 12.40 Uhr war Abmarsch; die Hessen-Tourler stellten sich in Reih und Glied am Bahnhof in Startformation, und nachdem die Funkgeräte des TTOC verteilt waren (Danke!), ging’s los zu unserem ersten Fahrtziel – eine Tankstelle. Nach Befüllung unserer Boliden mit dem teuren Oktansaft kämpfte sich die Karawane zunächst durch die Innenstadt von Gießen, bis man sich dann endlich auf der eigentlichen Route Richtung Edersee (ca. 125 KM) befand.
Die Fahrt dorthin war traumhaft schön: tolles Wetter, fantastische Landschaften, viele kurvige Straßen – was will das TT-Herz mehr. Der über die Grenzen Hessens hinaus bekannte Edersee ist ein beliebtes Ausflugsziel, ob für Auto- oder Motorradfahrer, und immer eine Reise wert; dort gilt in verstärktem Maße das Motto: Sehen und Gesehen werden. Direktes Anlaufziel der Tour war zunächst das in unmittelbarer Nähe am Edersse gelegene Schloss Waldeck. Dort hatte das Orga-Team für 14.00 Uhr zwar die ganze Sonnen-Terrasse zum Kaffee-Trinken gemietet (Plan A), aufgrund zeitlicher Engpässe reichte es aber leider nur zu ein paar Foto-Shootings (deshalb Plan B, dazu später). Nachdem man den wunderschönen Ausblick vom Schloss genossen hatte, begab man sich im Fußmarsch zur etwa in 200 Meter Entfernung gelegenen Seilbahn-Waldeck, um ins Tal hinab zu „schweben“. Von Schweben jedoch keine Spur, denn die rustikal und abenteuerlich anmutende Seilbahn, die kurz nach dem ersten Weltkrieg scheinbar aus Panzerstahl gebaut wurde, vermittelte auf jedem ihrer zurückgelegten Meter, dass man sich in ihr nicht zu sicher fühlen sollte; ein auf halber Strecke aufgestelltes großes Holzkreuz bestätigte diesen Eindruck. Trotz alledem – es war ein Riesenspaß mit und in der Seilbahn. Unten angekommen erreichte die TT-Truppe gegen 17.00 Uhr nach einem kurzen Fußmarsch die nächste Attraktion der Hessen-Tour.
Am Anlegedock 2 des Edersees warteten alle gespannt auf das reservierte Traumschiff „Stern von Waldeck“ (die MS-Europa ist dagegen ein Witz), um gemeinsam mit einigen rüstigen Rentnern, die offenbar eine Kaffeefahrt inklusive dem Verkauf von Heizdecken, 150-teiligen Topfsets, Magnetbändern, etc. gebucht hatten, eine 1-stündige Rundfahrt auf dem riesig großen Edersee zu genießen. Man labte sich an Kaffee und Kuchen (Plan B) und die eh schon lustige Truppe war bester Laune (ebenso die Rentner, wobei das jedoch am konsumierten Alkohol lag). Obwohl sich zu diesem Zeitpunk übel aussehende dunkle Wolken am Himmel zusammen zogen, fing es nicht an zu regnen; das blieb auch – wie bereits erwähnt – in der Folgezeit so. Gott sei Dank, sonst wäre ein Teilnehmer der Tour sicher sofort abgereist. Von der Schifffahrt zurück gekehrt, ging es mit der Seilbahn wieder hoch zu den am Schloss Waldeck geparkten TTs. Im Korso fuhr man dann noch ein gutes Stück direkt um den Edersee herum und begab sich anschließend auf die Route Richtung Schwebda zum Schloss Wolfsbrunnen, dem letzten Tagesziel. Auch diese Strecke (ca. 110 KM) war vom Orga-Team optimal ausgewählt und bereitete allen Teilnehmern große Freude. Endlich gegen 19.00 Uhr am Schloss Wolfsbrunnen angekommen, waren ausnahmslos alle von diesem übermächtig wirkenden, im Stile vom Mittelalter gehaltenen Bauwerk schlich überwältigt. Mitten im Wald gelegen, bietet es von seiner Gesamtheit ein Ambiente, das jedem Vampirfilm zur Ehre gereichen würde. Nachdem alle Tourler in die Zimmer eingecheckt und sich nach dem doch ereignisreichen und anstrengenden bisherigen Tag etwas frisch gemacht hatten, wurden Sie einzeln vom Burgherren und der Burgherrin am geschichtsträchtigen Wolfsbrunnen im Schlosshof mit einem Glas Sekt (oder auch mehreren) persönlich begrüßt und in die Geschichte des Schlosses eingeweiht.
Danach begann die Metamorphose und alle Tourler wurden für das organisierte Rittermahl im Rittersaal präpariert. Übergestülpte kartoffelsackähnliche mit Kordeln zugeschnürte Leinenkutten verwandelten Männlein und Weiblein in übles Gesindel. Nachdem alle in den geschichtsträchtigen rustikalen Rittersaal geführt wurden und an der riesigen Holztafel Platz genommen hatten wurden zunächst die rauen Tischmanieren vorgelesen. Sodann begann unter „fachkundiger“ Anleitung des Burgpersonals das 6-gängige Gelage. Angefangen über Met, weißem und schwarzem Bier aus riesigen Krügen, allerlei Schnäpsen und Unmengen von Wein wurde zunächst der Wasserstand der Teilnehmer von Reserve auf Voll wieder ins Lot gebracht. Essen gab es in Hülle und Fülle, angefangen mit Schmalzbroten und einem Eintopf aus Brot gelöffelt bis hin zu Bottichen mit allerlei Fleisch, Kartoffeln und Unmengen verschiedener Krautsorten. Recht lustig war der Umstand, dass parallel zu dieser geselligen Runde eine piekfeine Hochzeitsgesellschaft nebenan am Feiern war. Zu vorgerückter Stunde und etwa 2 Promille später mischten sich diese beiden Gruppen miteinander, zumindest teilweise. Pünktlich um Mitternacht gab es auf der großzügigen Terrasse des Schlosses für alle ein vom Orga-Team bestelltes fantastisches Feuerwerk zu begutachten. Eine bodenlose Frechheit vom Bräutigam, dass er dieses Spektakel für sich verzeichnen wollte.
Viele Weizenbiere und Met-Krüge später (etwa 01.00 Uhr) kamen die noch tapfer durchhaltenden „Ritter“ in den Genuss eines vom Schlossherrn durchgeführten ausgiebigen und hoch interessanten Rundgangs im Schloss. Höhepunkt war das komplett im Dunkeln liegende Turmzimmer, in dem sich unzählige – sogar vom Hessischen Rundfunk beobachtete – Fledermauspopulationen aufhalten sollten. Außer dem Kot, in dem alle Ritter standen, gab es jedoch keinerlei Anzeichen für deren Vorhandensein. Irgendwann gegen 02.30 Uhr fielen auch die letzten Trunkenbolde in die Kuhlen ihrer Söllerzimmer. Tag 2 begann zunächst für alle mit einem ausgiebigen Frühstück. Um 11.00 Uhr verließen alle Teilnehmer das Schloss. Einige von weiter her Angereiste traten von hier aus die Heimreise an, der größte Teil der Tourler nahm jedoch die Fahrt zum letzten Ausflugsziel – dem Baumkronenpfad in Heina – in Angriff. Auch diese Fahrt war ein Erlebnis für die Sinne wie auch der Besuch des Parks selbst. In max. 44 Metern Höhe über dem Erdboden konnte man ein riesiges Naturschutzgebiet mitten in Thüringen erleben. Die Aussicht vom höchsten Punkt über unzählige Baumwipfel erinnerte stark an einen Urwald und wird für viele der Tourler sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben. Wie auch sicher die Hessentour 2007 selbst, die von allen Teilnehmern begeistert aufgenommen wurde; ganz sicher sind alle auch im Jahre 2008 wieder mit dabei. Fazit: Tolle Leute, tolles Wetter, tolle Touren, tolle Events….und, und, und, jedoch nicht zu vergessen. die Gemeinsamkeit und Gemeinschaft von – auch anfänglich fremden – Menschen, die die Liebe zum TT verbindet.
Danke auch meine Mit-Organisatoren Tim Liehmann und Markus Werfinger Euer
Dr. Daniel Neth Weitere Bilder Galerie Link zu den TTR-Friends - hier steht der Bericht auch als PDF zum Download bereit |

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