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Oberfranken-Niederbayern TTour PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Herbert Mauerer   
Der TT-Owners-Club auf Erkundungsreise durch Bayern

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Es fing mit einer schlechten Nachricht an. Die Hälfte der Interessenten für die Ungarn-TTour haben leider nicht mitgezogen, als Werner und Veit Nägel mit Köpfen machen wollten. Es gab aber gleich Stimmen, dass wir mit der schon geblockten Freizeit dann doch etwas anfangen sollten.

Letztlich einigten wir uns auf eine mehrtägige Tour, die uns von Forchheim durch Oberfranken führen sollte, mit der Basis im Hubertushof in Wirsberg. Am 30. April ging es dann nach Niederbayern, wo wir am letzten Tag per Schiff das Kloster Weltenburg besucht haben. Es fanden sich schließlich neun Teilnehmer in sechs Autos, die sich spätestens am Ende des zweiten Tages gar nicht mehr wie auf einer "Ersatztour" fühlten.

Am Samstag ging es los mit einem zünftigen Mittagessen bei Sandra und Edwin Brunner los. Von dort sind wir über Landstraße zur Teufelshöhle Pottenstein. Schon seit gut 80 Jahren ist diese große Tropfsteinhöhle für Besichtungen erschlossen, und man hat viele Zeugnisse der Vergangenheit in ihr gefunden, unter anderem den Beweis für riesige Bären in der damaligen Zeit.
hoehlenbaer

Wir waren wegen der dunklen kalten Höhle wohl ein wenig auf körperliche Betätigung aus, denn wir waren uns schnell einig, dass wir der nahe gelegenen Sommerrodelbahn bzw. Tretbootverleih einen Besuch abstatten wollten. HerberTT stellte dort unter Beweis, dass ein TT deutlich einfacher zu lenken ist als ein langsam fahrendes Tretboot. Nachdem wir uns also entsprechend ausgetobt hatten, war es Zeit, zu unserem Domizil, dem Hubertushof in Wirsberg aufzubrechen.
eisessen
Je nach Gusto labten wir uns dort an Pfefferhaxe oder einem Spargelgericht. Zusammen mit dem guten Bier und Wein aus Franken ließen wir den Tag ausklingen.

Am nächsten Morgen machten wir uns auf in das deutsche Dampflokmuseum in Neuenmarkt. In der Führung wurde uns die Entwicklung der Dampfloks in Europa und die unterschiedlichen Bauformen in der Hoch-Zeit der Dampfloks von 1850-1950 nahe gebracht.
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Das Museum ist in Neuenmarkt, weil dort der wohl schwierigste Aufstieg einer Bahnstrecke in den deutschen Mittelgebirgen geschaffen wurde, hinauf nach Marktschorgast. Auf einer Strecke von 7,6km wurde ein Höhenunterschied von 150m überwunden, was beim Bau 1846-48 eine Pionierleistung bedeutete. Deswegen gab es in Neuenmarkt einen großen Betriebshof, da dort die für das Anschieben der Züge notwendigen zusätzlichen Loks stationiert waren.tour-kirche
Nach der Mittagspause ging es auf eine Tour durch Oberfranken. Dabei haben wir jedoch, anders als zuerst geplant, Kulmbach vermieden, weil dort ein großes Motorrad-Treffen stattfand. Wir sind also um die großen Biker-Konvois herumgefahren und haben einen Stopp auf dem Sonntagsmarkt in Presseck eingelegt. Auf wunderschönen, und trotz des langen Wochenendes einsamen, Strecken ging es durch die Hügel Oberfrankens. Das hat auch der im Ober-Allgäu beheimateten Heiderose Anerkennung abverlangt. Und wieder haben wir den Abend im Hubertushof ausklingen lassen. Einige der Teilnehmer aus Berlin wollten sogar spontan nach Franken umziehen.Unschuldig

Am Montag war nun ein Ortswechsel angesagt. HerberTT hat eine Tour geplant über Parkstein, die Stadt auf dem Basaltfelsen, weiter über Landstraßen an Amberg und Neumarkt vorbei nach Berching, wo wir Jörg Zander zum Mittagessen getroffen haben. Nach dem Mittagessen ging es weiter Richtung Altmühltal, wo wir trotz des tollen Wetters recht wenig Verkehr hatten, also nach unserem eigenen Rhytmus cruisen konnten.

In Riedenburg machten wir Halt um das Bauernmusuem in Echendorf zu besuchen. Es ist Teil eines noch bewirtschafteten Hofes, und zeigt wie in den letzten 100 Jahren die Mechanisierung die Landwirtschaft verändert hat. Nach einer "Rast" in einer Eisdiele wollten wir dann doch noch ein paar Kilometer unter die Räder nehmen, und es sollten zwischen Altmühl- und Laaber-Tal die wohl schönste Stunde unserer Ausfahrten werden.

Wir kamen nun zur letzten Station unserer Reise nach Kelheim. Wir quartierten uns im Hotel Aukofer ein, wo wir auch das Abendessen zu uns nahmen. Jörg hat sich von uns verabschiedet, er fuhr am 01. Mai eine Tour mit seinem Mercedes SL.

Am letzten Tag des Ausflugs ließen wir die Autos stehen und bestiegen einen Ausflugsdampfer, der uns von Kelheim durch den Donaudurchbruch zum Kloster Weltenburg brachte. Das mit dem Durchbruch ist wörtlich gemeint, denn die Donau floss "früher" durch das Altmühltal, auch Urdonautal genannt. Der Fluss hatte sich in den Jahrtausenden dann doch den Weg durch die Felsen gefräst und sich den kürzeren Weg nach Regensburg erschlossen.
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Schon in der Steinzeit haben die Menschen die letzte Kehre des großen Flusses vor der spektakulären Engstelle als heiligen Ort begriffen, und so wundert es auch nicht, dass schon früh während der Christianisierung an den alten Kultstätten der Kelten von den Benediktinern ein Kloster gegründet wurde.

Den Stellenwert des Kloster Weltenburgs unterstreichen nicht nur die Lage, sondern auch die Asam-Kirche als Vollendung des Barocks und der Baukunst der Gebrüder Asam (im Bild der Blick auf das Himmelreich in der Kuppel) und die ebenso vollendete Braukunst der Klosterbrüder.Lachend
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Das Kloster Weltenburg wurde an diesem 1. Mai von Massen von Touristen überschwemmt, so dass wir es vorzogen, unser Abschiedsessen in Kelheim im weißen Brauhaus Schneider&Co abzuhalten, der ältesten Weißbier-Brauerei Bayerns. Die vollendete Weißbier-Braukunst konnten wir leider nicht mehr geniessen, da doch noch einige Kilometer Heimreise vor uns lagen.

von Herbert Mauerer
P.S.: Auf dem Foto ganz oben verstecken wir übrigens ein "Fremdfahrzeug".
Das Heck war leider nicht breit genug für Roland. Mit einem Audi R8 wäre das nicht passiert!
 
   
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