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Zwei Plätze an der Sonne PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Herbert Mauerer   
ttr060005Zwei Plätze an der Sonne!

AUDI TT ROADSTER Die offene Variante des Audi TT rollt an den Start und präsentiert sich als klassischer Roadster mit Stoffverdeck. Ansonsten ist vieles anders als beim Vorgänger – Edscha hat entscheidend dazu beigetragen.

Zehn, elf, zwölf - fertig! Hans Deinhard beendet keinen Countdown zum Jahreswechsel - auch wenn sein Name dies zusätzlich vermuten ließe. Er hat einen weitaus schöneren Grund zur Freude: Denn nach nur zwölf Sekunden ist er offen. der neue Audi TT Roadster. Das ist schnell. Und macht den Edscha-Dachexperten glücklich.

Seit 1999 hatte sich die erste Generation des schon damals von Edscha bemützten Audi TT zu einer Ikone der aufstiegswilligen Offenfahrklientel entwickelt. 2006 kam das neue Coupé und heimste beim Auto Bild Design Award prompt den Titel „Schönstes Auto der Welt“ ein, im Februar folgte der Roadster und lässt Cabrio-Puristen strahlen: Audi positioniert den TT als klassischen Stoffdach-Roadster und verweigert sich dem Klappdach. Gut so: Denn die Stoffmütze steht ihm. auch dank des reizvollen Materialkontrastes bel geschlossenem Dach.
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WOHL BEHÜTET

Die zweite Roadster-Generation des TT fährt mit mehr Technik unter der Haube als ihr Vorgänger: Schließlich hat Edscha seit Sommer 2004 eifrig an der Stoffhaube gearbeitet, die in Schwarz, Dunkelgrau und Beige gefertigt wird. Das Dach öffnet sich dank eines elektrohydraulischen Antriebs vollautomatisch, auch wahrend der Fahrt unterhalb der Richtgeschwindigkeit im Stadtverkehr. Niemand muss also fürchten, an der Ampel stehend zum halb geöffneten Verkehrshindernis zu werden.

„Das Verdeck ist gepolstert, thermisch isoliert und dämmt Außengeräusche noch wirksamer“, erläutert Hans Deinhard. Projektleiter für das Dach des offenen Schönlings. Da flattert nichts, kaum nennenswerte Windgeräusche sind zu hören. Das Iässt die geschlossene Fahrt zu einer sehr ruhigen Angelegenheit werden. Und dass es der Besatzung auch im tiefsten Winter nicht zu kalt wird, davon ist angesichts des dicken, gefütterten  Verdeckmaterials getrost auszugehen. Die Heckscheibe ist aus beheizbarem Glas und bietet eine bessere Übersicht nach hinten als manch aktueller Kleinwagen. Ein festes Dach im TT Roadster vermisst wohl niemand. Auch nicht Holger Baumann, Gesamtfahrzeug-Projektleiter des neuen Open-Air-Modells bei Audi: „Das Softtop harmoniert perfekt mit der Idee des puristischen Offenfahrens - und Edscha hat die von uns gestellten sehr hohen Anforderungen an Design, Funktion and Qualität des Daches voll erfüllt.“

ttr060003VERWANDLUNGSKÜNSTLER

Einen Roadster fährt man offen. Also freut man sich aber den Knopf, der in den besser ausgestatteten Modellen auf der Mittelkonsole thront and das Dach wie ein Z zusammenfaltet. Viel Platz braucht es nicht: Präzise faltet die Hydraulik den Stoff in den flachen Verdeckkasten zwischen Schottwand und Windschott. Die Z-Faltung sorgt dafür, dass der vordere Teil des Verdecks wie ein Deckel über dem Stoffverdeck hege und es nach oben hin verschließt. Das Dach wird bündig mit der Karosserie verriegelt.

Zwei von Deinhard and seinem Team entwickelte Klappen decken die seitlichen Gestängeaustrittsöffnungen ab. Eine Persenning gibt es nicht mehr. Satte, für das Gepäck von zwei Personen ausreichende 250 Liter fasst der Kofferraum - bei offenem wie geschlossenem Verdeck. Diskussionen über die Anzahl mitzunehmender Koffer, die auch intakte Ehen an den Rand der Zerrüttung bringen können, gibt es beim Audi TT Roadster folglich nicht.

VOM WINDE VERSCHONT

Für windempfindliche Roadster-Fahrer bietet der TT Roadster ein elektrisches Windschott, das hinter den Überrollbügeln nach oben fährt und Luftverwirbelungen erheblich reduziert.

Ein Novum: Denn wer die Luftzugbremse haben mochte, bekommt ein automatisch aus- und einfahrendes Modell geliefert - eine ähnlich praktische Losung bietet derzeit kein Wettbewerber des Audi TT Roadster. Üblicherweise müssen die Windstopper von Hand betätigt werden.

Einen stürmischen Auftritt hingegen liefert der TT, wenn die Scheiben abgesenkt sind and der kleine Heckspoiler aufklappt – ab Tempo 120. Da trifft es sich gut, dass das Leichtgewicht mit seiner zu 58 Prozent aus Aluminium bestehenden Karosserie in puncto statischer Torsionssteifigkeit seinen alles andere als labilen Vorgänger noch um das Doppelte obertrifft: um ganze 120 Prozent. Für den Fahrer bringt das exzellenten Schwingungskomfort mit sich und den steten Beweis. dass den offenen Audi so schnell nichts zu erschüttern vermag.

Allein am Frontspriegel nahm der TT Roadster um vier Kilo ab - Edscha setzte dies auf leichte Aluminiumschalen statt auf mehr schwereren Stahl. Bei der Radikaldiät, die Hans Deinhard and sein Team dem Roadster verordneten. wurden sie maßgeblich von Ingenieuren von IVM Automotive unterstützt, die unter anderem FEM-Berechnungen and Fertigungssimulationen durchführten.

Seit seiner Weltpremiere auf der Los Angeles Auto Show erntet der TT Roadster begeisterte Pressestimmen. Der zweite TT Roadster ist schon jetzt für Edscha ein voller Erfolg. Und so gibt es in Hengersberg und Velky Meder (Slowakei) - dort, wo die Dächer gefertigt werden - nicht nur an Silvester bei Zwölf einen guten Grund zu feiern.

Christina Clemens
(Text mit freundlicher Genehmigung der Edscha AG)
 
   
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