| FSZ Hannover 2005 |
| Geschrieben von Tommi Englerth | |
|
Fahrsicherheitstraining Hannover
am 7. Mai 2005 ![]()
Auf der Anlage des FSZ-Hannover war "BadeTTag" ;-)
Organisation und Bericht von Tommi.
Am Samstag, dem 7. Mai sind wir mit vier TTs zum ???Intensivtraining“ auf dem Gelände des Fahrsicherheitszentrums des ADACs in Laatzen bei Hannover angetreten
(http://www.fsz-hannover.de). Für das Intensivtraining war ein ganzer Tag von 9:00 bis 17:00 Uhr angesetzt. Da wir leider nicht genügend Teilnehmer für eine eigene Gruppe zusammenbekommen hatten, waren auch noch ???Fremdfahrzeuge“ in der Gruppe, doch dazu später mehr.
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und dem Verteilen der Funksprechgeräte ging es zum ersten Modul (Punkt 3 auf der Karte). Hier sollten sich die Teilnehmer auf einer Slalom-Strecke ein wenig ???einfahren und ihren persönlichen Rhythmus finden“. Nach einigen Runden versammelten wir uns und der Trainer korrigierte die all zu lässigen Sitzpositionen der Teilnehmer. Dabei wurden alle möglichen Einstellungsoptionen ausgenutzt. Lektion 1: Nur wenn man richtig sitzt kann man auch angemessen reagieren!
Mit der nun neuen und zugegebenermaßen unbequemen Sitzposition wagten wir uns nun erneut auf die Slalom-Strecke. Und erstaunlicherweise vermittelte die neue Haltung ein sichereres Gefühl, was sich in einer im Vergleich zum ersten Turn höheren Geschwindigkeit äußerte. Auf demselben Steckenabschnitt erwartete uns die zweite Übung: Bremsen. Nun bremsen tun wir alle, mehr oder weniger. Doch hier ging es um die ???Schlagbremsung“, also darum dem Fahrzeug den kürzest möglichen Bremsweg zu entlocken. Dabei beeindruckte der Trainer uns zunächst mit einigen Rechenbeispielen, die uns den erheblichen Unterschied zwischen 30 und 50 km/h verdeutlichten, was uns zu der Erkenntnis führte, dass Geschwindigkeit, die man nicht hat, beim Bremsen unbezahlbar ist.
Lektion 2: Angemessene Geschwindigkeit ist das A und O!
Nachdem nun die Bremsen auch warm waren durften wir auf die Kreisbahn (Punkt 6)
Hier galt es nun im Einzeltraining, die Grenzen der Fahrphysik des eigenen Fahrzeugs auszuloten. Die Kreisbahn besteht aus drei Fahrspuren, wobei die Mittlere zur Hälfte mit einem rutschigen Belag versehen ist. Hier konnte man sich nun nach Herzens Lust mit und ohne ESP im Kreis fahren und Brems- und Beschleunigungsmanöver ausprobieren. Hier traten auch zum ersten Mal die Vor- bzw. Nachteile der unterschiedlichen Antriebskonzepte zu Tage. Mit ESP zogen alle Fahrzeuge weitgehend unbehelligt ihre Kreise, waren die Helferlein jedoch deaktiviert, sah das schon ganz anders aus. Während die Frontgetriebenen Fahrzeuge sich einigermaßen wacker schlugen, drehten die Heckgetriebenen munter ihre Pirouetten; und die Quattros, ja die waren selbst ohne ESP nicht aus der Ruhe zu bringen. Lektion 3: Quattro … unbezahlbar!
Fast ohne es zu merken waren dreieinhalb Stunde vergangen und wir begaben uns zum (im Preis enthaltenen) Mittagsbuffet.
Nach dem Mittag war die Gefällstrecke dran (Punkt 4). Diese besteht aus einer ???glatten“ Gefällstrecke, ich würde schätzen so 6 bis 7 %, mit einer anschließenden ebenfalls glatten Kurve. Das Ziel war ganz einfach: Ankommen ohne abzufliegen. Auch hier zeigte sich wieder, ohne die technischen Helferlein mit drei Buchstaben, wäre der eine oder andere sicherlich nicht so souverän in der Spur geblieben. Und auch hier galt, dass wenn man zu schnell ist, man nicht die Spur einer Chance hat.
Lektion 4: Vor der Kurve herunterbremsen!
So nun sind wir ja alle schon Fahrprofis, dachten wir! Doch nun ging’s zur Station 8, und der Übung: Ausweichen und Bremsen. Dazu fuhr man mit ca. 60 km/h auf eine mit Pylonen markierte Lücke zu. Beim Durchfahren der Lücke aktivierte der Trainer eine Fontäne, entweder rechts oder links vor dem Fahrzeug, so dass ein Hindernis auftaucht (vergleichbar mit einer plötzlich geöffneten Autotür, oder einem zwischen parkenden Autos hervorpreschenden Kind). Die dank ABS mögliche Lenkbarkeit des Fahrzeugs, sollte jetzt dazu genutzt werden, der Fontäne auszuweichen und gleichzeitig, den Wagen bis zum Stillstand herunterzubremsen, was allen Teilnehmern nach mehreren Versuchen dann schließlich auch gelang. Lektion 5: ABS ist Pflicht!
Auf dem letzten Abschnitt (Punkt 7) durften wir dieselbe Übung noch einmal durchführen, diesmal jedoch auf dem schon bekannten eisglatten Belag. Hier zeigte sich, das das Nassbremsverhalten der unterschiedlichen Reifen maßgeblichen Einfluss auf den Ausgang der Übung hatte, ebenso wie die Tatsache, dass nur geringe Geschwindigkeitserhöhungen fatale Folgen haben und dazu führen, dass man ???die Kurve nicht bekommt“.
Die letzte Übung und gleichzeitig das Highlight wurde ebenfalls im Abschnitt 7 ausgeführt. Hierbei überfährt man (natürlich auf ???vereistem“ Untergrund) eine Hydraulik-Platte, die dem Fahrzeug einen Stoß versetzt, dergestalt, dass ausschließlich die Hinterachse leicht nach rechts, oder links versetzt wird. Die Aufgabe besteht nun darin, das Fahrzug wieder auf Kurs zu bringen. Nach einigen Umläufen hatten es dann die letzten von uns schließlich auch geschafft, nachdem wir einige spektakuläre Dreher sehen durften. Auch hier war letztendlich Quattro aufgrund des Traktionsvorteils wieder Trumpf, denn es galt:
Lektion 6: Wer bremst verliert!
Fazit: Es war ein toller Tag, wir haben viel gelernt und ich kann nur jedem Fahrzeugführer empfehlen, an einem solchen Training selbst einmal teilzunehmen. Dabei macht es besonders viel Spaß, wenn man mit mehreren Bekannten das Erlebnis teilt.
Für die tollen Erinnerungsfotos bedanke ich mich bei Heike Schnelle.
Tommi Englerth |

